80 Liter in denen jetzt unser Leben steckt.
Zwei Handgepäck-Rucksäcke mit je 40 Litern, die wir uns heute auf den Rücken schnallen und losgehen – Weltreise auf unbestimmte Zeit.
Ein komisches Gefühl, wenn man bedenkt, dass wir noch vor zwei Wochen einen großen Sprinter und drei VW-Busladungen vollgepackt haben und dann immer noch Sachen in der alten Wohnung standen. Vor zwei Jahren sind wir für die ersten Jobs in eine neue Stadt gezogen. Wir waren jetzt angekommen, in einer gemeinsamen Wohnung, im Arbeitsleben, im echten Erwachsenenleben. So weit, so gewöhnlich. Der Alltag läuft in geregelten Bahnen, die Feierabende und Wochenenden sind immer zu kurz. Nach und nach spürt man diese innere Unruhe und wartet darauf, dass irgendetwas Besonderes passiert.
Ein genauen Moment gibt es eigentlich nicht, an dem wir aufgehört haben zu warten. Eines Tages war die Entscheidung gefallen: Wir kündigen Jobs und Wohnung und ziehen einfach los.

Gemeinsam sind wir natürlich schon oft verreist, sind mit dem VW-Bus durch Kroatien und Italien getingelt und haben uns in New York, Lissabon, Kopenhagen und Paris unter anderem von einem Restaurant zum Nächsten gegessen. Den letzten Urlaub haben wir in Goa verbracht, unser bisher entferntestes Ziel. Dort haben wir viele Leute aus aller Welt getroffen, die Fernweh und Wanderlust gefolgt, ausgewandert oder auf unbestimmte Zeit auf Reisen sind. Diese Begegnungen haben unseren Reisedrang noch verstärkt. Wir wollen länger und weiter weg, uns in ungewohnte Situationen stürzen, neue Leute, Orte und Kulturen kennenlernen.

Beim Gedanken an Weltreise hat sicher jeder ein anderes Traumziel im Kopf, das unbedingt dabei sein muss. Glücklicherweise haben sich bei uns die Orte, die wir entdecken wollen, zum größten Teil überschnitten. Neuseeland sollte der Mittelpunkt der Reise werden und auf dem Weg dorthin wollten wir in Südostasien und Australien Halt machen. Zurück dann über Patagonien in Südamerika. Nun ist “Südostasien” aber eine sehr vage Bezeichnung für eine soche Vielfalt an Ländern, dass wir schon bei der Recherche komplett übers Ziel hinausschossen. “Machen wir doch Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam, dann Indonesien”. “Was ist mit Myanmar? Oder Malaysia?” Man kommt schnell in einen Touristen-Modus und will möglichst viele Ziele unter einen Hut bringen, nach dem Motto: “Wenn man schon mal in der Ecke ist”. Deswegen haben wir die Route einfach umgedreht, zuerst werden die Herzenswunsch-Ziele Patagonien und Neuseeland angesteuert, danach Australien und Südostasien. Bis dahin haben wir unsere Vorstellungen vielleicht ein bisschen gefiltert.

Heute Mittag haben wir also unsere Rucksäcke geschnappt, Freunde und Familie gedrückt und sind zur U-Bahn gewandert. In knapp 30 Stunden, eine Zugfahrt und drei Flüge später, stehen wir dann in Buenos Aires.

Schön, dass du dabei bist! Wir werden hier unsere Erlebnisse in Wort und Bild festhalten und freuen uns immer über Kommentare und Tipps. Also seid nicht schüchtern, wir werden es auch nicht sein. Und jetzt: Hopp, los!